3D-Drucker im Camper-Ausbau: Erfahrung, Materialien & Tipps

Verfasst von

in

, ,

Ehrlich gesagt hab ich lange überlegt, ob ich dazu überhaupt was schreiben soll. Gibt schließlich genug Freaks, die viel tiefer in dem Thema 3D-Druck drin stecken als ich.

Meine ehrliche Erfahrung: Was bei mir geklappt hat, wo ich voll ins Klo gegriffen habe und welche gedruckten Teile ich nicht mehr missen möchte. Ich habe bestimmt mehr Teile gedruckt als ich am Ende verbaut habe aber auf diese möchte ich nicht mehr verzichten.

der 3D-Drucker

Welcher Drucker macht Sinn?

Beim Van-Ausbau stehen für mich zwei Punkte im Vordergrund:

Bauraumgröße: Ich nutze den Kobra 2 Max, und der riesige Bauraum ist beim Ausbau echt Gold wert. Groß genug zu drucken spart einfach Nerven: Teile wie der Dachlüfter-Rahmen oder größere Halterungen passen an einem Stück aufs Druckbett. Das hält nicht nur besser, sondern spart auch das nervige Zerschneiden und Zusammenkleben.

Geschlossenes Gehäuse: Ein Gehäuse habe ich aktuell noch nicht. Bis jetzt habe ich deshalb ausschließlich PETG & PLA gedruckt. Das klappt auch auf einem offenen Drucker super. Sobald du aber noch temperaturbeständigere und UV-feste Materialien wie ASA verarbeiten willst, kommst du um einen geschlossenen Bauraum nicht vorbei, weil sich die Teile ohne die konstante Wärme sofort verziehen

welches Material

PLA: Gut zum Testen, ungeeignet für die Hitze

PLA lässt sich kinderleicht und ohne Gehäuse drucken, weshalb ich es gerne für erste Prototypen oder Passtests nutze. Der große Nachteil im Camper: Es ist absolut nicht hitzebeständig. Wenn im Sommer die Sonne aufs Auto knallt, wird das Material weich, verformt sich und verliert komplett seine Stabilität.

PETG: Der perfekte Allrounder für den Innenraum

PETG ist deshalb meine erste Wahl für alle Teile im Bus. Es hält spürbar höhere Temperaturen aus als PLA und bleibt auch an heißen Sommertagen stabil. Dazu ist es leicht flexibel, bricht nicht so schnell und lässt sich trotzdem problemlos auf einem offenen Drucker verarbeiten.

meine Drucke

Hier ein paar Beispiele, was bei mir aus dem Drucker kam:

 Haken überall: Für Handtücher, Jacken oder die Küchenrolle – passgenau da, wo man sie braucht.

 Abdeckungen & Blenden: Saubere Abschlüsse für Kabel, Bohrungen und unschöne Ecken, damit das Ganze ordentlich aussieht.

Dachlüfter-Zubehör: Für das Dometic Midi habe ich mir eine Halterung gedruckt, in die zwei Lüfter passen. Damit kann ich die warme Luft aus dem Camper befördern.

 Getränkehalter & Schlüsselhalter: Becherhalter direkt am Bett oder an der Konsole und ein fixer Platz für den Schlüssel, damit man nicht dauernd danach sucht.

 Ladenverschlüsse: Praktische Verriegelungen für Schubladen und Schränke, damit während der Fahrt in den Kurven nichts auffliegt.

Und das war noch lange nicht alles. Das Geniale ist einfach: Wenn was klappert, fehlt oder nicht passt, misst man es aus und hat ein paar Stunden später die fertige Lösung in der Hand.

Fazit

Ich habe den 3D-Drucker während des Ausbaus extrem gerne genutzt. Du musst nicht ewig nach Spezialteilen suchen, sparst dir das Warten auf den Versand und kannst dir alles millimetergenau an deinen Bus anpassen. Ein riesiger Vorteil sind auch die Kosten: Selbst gedruckte Teile kosten meist nur ein paar Cent. Falls mal ein Maß nicht stimmt, wirfst du nicht direkt teuer gekaufte Teile weg, sondern passt die Datei an und druckst einfach neu.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert