Wasserversorgung im Camper: Mein Frischwasser- und Abwassersystem

In meinem ersten Camper hatten wir nur eine kleine Spüle mit Tauchpumpe. Für einen Wochenendtrip war das völlig ausreichend, aber mit vier Personen kommt man damit ziemlich schnell an seine Grenzen. Deshalb habe ich mich bei diesem Ausbau für einen 100-Liter-Frischwassertank und eine Druckwasserpumpe entschieden.

Teileliste

Der Frischwassertank

Ganz ehrlich: Der Wassertank hat mich ein paar Nerven gekostet.

Die Verarbeitung ist grundsätzlich in Ordnung, allerdings hat der Tank ab Werk jede Menge Öffnungen für Sensoren und zusätzliche Anschlüsse. Für manche Ausbauten mag das praktisch sein, für meinen Einsatz waren die meisten davon aber völlig überflüssig.

Trotzdem habe ich mich für diesen Tank entschieden, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach gepasst hat. Die Anschlüsse, die ich nicht gebraucht habe, wurden kurzerhand verschlossen und sauber abgedichtet. Ob der Tank langfristig im Bus bleibt oder irgendwann gegen ein hochwertigeres Modell getauscht wird, wird sich zeigen.

Die Wasserpumpe

Bei der Pumpe fiel meine Wahl auf eine 12V-Membranpumpe von Vevor. Laut Hersteller schafft sie rund 11 Liter pro Minute. Das reicht locker zum Abwaschen und sollte auch für eine schnelle Dusche beziehungsweise die tägliche Katzenwäsche unterwegs ausreichen.

Obwohl es sich um eine Druckpumpe handelt, habe ich zusätzlich einen separaten Schalter eingebaut. Das mag auf den ersten Blick überflüssig wirken, hat aber einen entscheidenden Vorteil:

Ein Schalter neben dem Wasserhahn wird nur bei Bedarf eingeschaltet. Das verhindert, dass bei einem Leck der gesamte Tank leergepumpt wird.

Abwassertank selbst bauen

Beim Thema Abwasser habe ich lange überlegt, welchen Weg ich gehen soll. Die einfachste Lösung ist ein Kanister unter der Spüle, in dem das Schmutzwasser gesammelt wird. Das funktioniert und ist schnell umgesetzt.

Trotzdem wollte ich ausprobieren, ob sich ein größerer, fest verbauter Abwassertank lohnt. Also habe ich mir kurzerhand selbst einen gebaut.

So habe ich den Abwassertank gebaut

Die PVC-Rohre stammen ganz normal aus dem Baumarkt. Die restlichen Teile habe ich online bestellt.

Nachdem alle Rohre und Anschlüsse testweise zusammengesteckt waren und alles gepasst hat, wurden die Verbindungen vernietet. Anschließend habe ich die Nieten zusätzlich mit Loctite abgedichtet.

Ob das wirklich notwendig gewesen wäre? Wahrscheinlich nicht. Aber bei Wasser gilt für mich: Lieber einmal zu viel abdichten als später auf Lecksuche gehen.

Für die Montage unter dem Fahrzeug würde ich den Tank entweder mit Lochband oder stabilen Rohrhaltern befestigen.

Und was ist daraus geworden?

Der selbstgebaute Abwassertank ist bis heute noch nicht unter dem Bus montiert.

Der Hauptgrund dafür ist die Winternutzung. Ich möchte den Camper das ganze Jahr über verwenden und bin mir nicht sicher, wie sich ein außenliegender Abwassertank bei Frost verhält. Bevor ich mir darüber Gedanken machen muss, bleibe ich lieber bei einer einfachen und bewährten Lösung.

Aktuell sammle ich das Abwasser deshalb weiterhin in einem Kanister unter der Spüle im Innenraum.

Mein Fazit

Der große Frischwassertank und die Druckwasserpumpe waren für mich definitiv die richtige Entscheidung. Der Komfortgewinn gegenüber einer einfachen Tauchpumpe ist enorm.

Beim Abwasser sieht die Sache anders aus. Obwohl ich bereits einen eigenen Tank gebaut habe, nutze ich nach wie vor einen simplen Kanister. Bisher hat sich für mich kein wirklicher Vorteil ergeben, der den zusätzlichen Aufwand rechtfertigen würde.

Manchmal ist die einfachste Lösung eben doch die beste. 😉

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